Jasmin Kolberg - CD Mosaïque Rezension

CD Mosaïque
Rezension

Neue Württembergische Zeitung | 04. April 2005
Jasmin Kolberg lässt Holz singen

"Das Holz, das singt" wird die Marimba in Mexiko auch genannt. Und wie Jasmin Kolberg sie singen lässt! Auf ihrer neuen CD "Mosaique" interpretiert die Uhinger Tochter einer Geigerin und eines Perkussionisten Werke des Marimba-Komponisten Eric Sammut, bei dem sie in Paris studiert hat und der auf dem Album selbst mit Improvisationen zu hören ist. Die mit Preisen ausgezeichnete Musikerin zeigt hier scheinbar spielerisch leicht ihr großes Können. Das perlende Marimbaspiel steht in reizvollem Kontrast zu den klar abgezirkelten lyrischen Kompositionen Sammuts. Heitere, rhythmusbetonte stehen neben mollgetönten Stücken. Und im "Zapping Trio" verweben Kolberg und Klarinettist David Orlowsky die Musik Sammuts zwischen sprühend-vitaler Klezmer-Art und strenger Tango-Melancholie zu Mustern von eindringlicher Klarheit. Sinnigerweise ist das einzige Stück der CD, das nicht von Sammut stammt, ein Tango von Astor Piazzolla. Dort löst sich die stolze Strenge des berühmten "Libertango" im Klangfluss von Jasmin Kolbergs Marimbaspiel auf. Nicht die einzige Überraschung auf dieser sehr gut produzierten CD.

Markus Zecha