Von Nagano über Uhingen nach New York
In Japan bei der 2. World Marimba Competition
einen Preis gewonnen - Zur Konzertvorbereitung nach Amerika
Zu
Hause ist sie nur selten anzutreffen. Die Uhinger Percussionistin
Jasmin Kolberg zollt schon jetzt der Musikerlaufbahn, die sie
für die Zukunft ins Auge gefasst, Tribut. Auf der Reise von
Japan, wo sie an einem Wettbewerb teilgenommen hatte, nach Amerika,
wo sie zwei Konzerte geben will, machte sie eben mal in der
Heimat Station.
Hans Herdeg
Zum zweiten Mal nach 1996-damals
wurde der Wettbewerb in Stuttgart ausgetragen- fand jetzt Ende
August in Okaya, Nagano, in Japan, die World Marimba Competition
statt. Währende einer ganzen Woche hatten 74 Teilnehmer aus
aller Welt, unter ihnen als einzige Deutsche Jasmin Kolberg,
die Gelegenheit, die gestrenge Jury unter der Leitung von Keiko
Abe, Komponistin und Marimbavirtuosin, von ihrem Können zu überzeugen.
14 junge Musiker- das Höchstalter war 35 Jahre- erreichten die
zweite Runde, sechs von ihnen schließlich das Finale. In diesem
belegte Jasmin Kolberg den 3. Platz (die Preise 1 und 2 gingen
nach Polen bzw. Japan).
Weit gefehlt, dass die junge Percussionistin
nun nach Haus zurückkehren und sich in Uhingen vom Wettbewerbs-Stress
und den Reise-Strapazen erholen würde. Das Filstal war der Musikerin
gerade mal einen Abstecher wert auf ihrer Route von Japan über
Italien nach New York, |
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Trotz dieser und weiterer Erfolge
bei zahlreichen Solokonzerten ist Jasmin Kolberg noch nicht
ganz zufrieden mit der Akzeptanz ihres Instruments sowohl an
den deutschen Musikhochschulen wie in den Konzertsälen. An ersteren
wird das Marimbaphon, das die Künstlerin seit 1996 mit neuer
Technik spielt, immer noch als "Anhängsel" zum Schlagzeug angesehen
und nicht als Solofach unterrichtet, in letztern zeigt sich
das Publikum zwar höchst beeindruckt von der sichtbaren Technik,
weniger jedoch, so ihre Erfahrung, vom Klang des Instruments,
von seinen Nuancen und Farben.
Dieses zum Positiven zu wenden,
konzertiert die junge Musikerin so oft sie nur kann und erweitert
für ihre Auftritte auch das doch etwas beschränkte Repertoire
durch eigene Kompositionen oder durch Transkriptionen tradierter
Musik, etwa von Werken Bachs oder Debussys.
Dieses Musikerleben, das sie auch mit
grossen Orchestern zusammenführt, macht ihr Spaß, und so hat
Jasmin Kolberg, die im kommenden Frühjahr ihr Studium absolviert
haben wird, denn auch, wenngleich nur recht vage ("wenn man
davon leben kann"), eine Solistenkarriere ins Auge gefasst,
die ihr dann vielleicht |
wo
es zwei Konzerte vorzubereiten galt und sie ihr in New Jersey
wohnender Lehrer Leigh Howard Stevens zu Besprechungen und Proben
erwartete. Überhaupt proben und lernen, das war offensichtlich
von Kind auf die Devise, der 1974 in Stuttgart geborenen Jasmin
Kolberg, die auch heute noch als fast schon arrivierte Künstlerin
täglich etwa acht Stunden an ihrem Instrument übt. Zu diesem,
dem Marimbaphon, war sie relativ früh gelangt, wenngleich sie-
siebenjährig- zunächst, angeregt von ihrem Vater der Schlagzeuger
war, dem Schlagzeug zugetan war und dazuhin das Klavierspiel
erlernte. Mit Vater und Bruder musizierte sie im Trio. Doch
schon vor ihrem Studium, das sie 1992 als Vorstudentin bei Prof.
Klaus Treßelt an der Stuttgarter Musikhochschule aufnahm, entdeckte
sie das Marimbaphon für sich: Sie konnte sich an diesem Instrument"
mehr austoben als auf den Pauken". 1994 errang sie den 1. Preis
beim Landeswettbewerb "Jugend Musiziert", Im selben Jahr wurde
sie Mitglied des "Percussion Ensemble Stuttgart".
Seit 1996 ist Jasmin Kolberg Meisterschülerin
bei Leigh Howard Stevens in New York, einem der führenden Marimba-Virtuosen
überhaupt.Darüber hinaus erhält sie auch Unterricht bei den
Professoren Frederic Macarez und Eric Sammut am Conservatoire
Superieur de Paris. Meisterkurse etwa bei Gordon Stout, Bob
Becker oder Michael Burritt (alle USA) und Keiko Abe (Japan)
ergänzen die Ausbildung, deren Qualität sich schon bei verschiedenen
Wettbewerben ausgezahlt hat. |
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