Mit
zwei in mancherlei Hinsicht kulinarischen Konzerten ging das
Sommerfestival Schloss Filseck am Freitag zwar noch nicht ins
Ziel, doch in die Endrunde: In der Göppinger Stadthalle war
Musik auf dem Marimbaphon angesagt, auf Filseck Gruseliges zur
Mitternacht annonciert.
Was
vom Veranstalter vielleicht als belebender, muntermachender
Aperitif für die zu später Stunde noch weiteren geistigen Genüssen
sich zuwendenden Musikfreunde gedacht war, die "Symphonie des
Couleurs" entpuppte sich als kräftige, exotisch gewürzte Hauptmahlzeit,
raffiniert zubereitet nicht nur auf der Marimba, sondern auch
auf vielerlei anderem Schlagwerk von den Percussionisten Jasmin
Kolberg, Eric Sammut und Jürgen Spitschka, die nicht davor zurückschreckten
, selbst schwerverdauliches in ihr Menue aufzunehmen, dem sie
jedoch, um dem "musikalischen Magen" der Zuhörer nicht allzu
heftig zuzusetzen, stets etwas leichtere Kost folgen liessen.
So fügte sich an Debussys "Doctor Gradus ad Parnassum", dem
ersten auf Clementis Etüdenwerk anspielenden Stück aus "Childrens
Corner", von Jasmin Kolberg für das Marimbaphon bearbeitet und
auf diesem sehr klangsensibel gespielt, wie's der Komponist
den Klavierinterpreten empfahl "vom modere zum anime steigernd",
eine von Eric Sammut mit swingender Unterhaltsamkeit improvisierte
"Hommage an Edith Piaf" mit vielen ihrer wunderbaren Chansons
wie etwa "La vie en rêve", schloss sich an die Fuge aus der
g-moll Sonate für Violine solo von Johann Sebastian Bach, wiederum
von der jungen Uhinger Percussionistin arrangiert und ebenso
präzis wie farbenprächtig auf dem Marimbaphon dargestellt,
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eine
Fantasie Eric Sammuts über Themen aus Puccinis Oper "La Bohème"
an, darunter der berühmte Walzer der Musetta aus dem zweiten
Akt, und schließlich gar ein Tango von Astor Piazzolla.
Für Abwechslung in der "Speisenkarte"
war also gesorgt, doch auch für eine exquisite Zubereitung,
den die beiden Solisten und später auch Jürgen Spitschka als
Dritter im Bunde bewiesen nicht nur das für das Schlagwerk unerlässliche
rhythmische Gespür, sondern auch, ob auf tönendem Holz oder
klingenden Fellen, klanglichen Feinsinn und spielerische Delikatesse,
dazu noch kompositorisches Können wie Eric Sammut in "Rotation
2" oder Jasmin Kolberg in "Kalimbob". Selbst die Bach-Bearbeitungen-
im zweiten Konzertteil folgte auf Keiko Abes "Memories of the
Seashore" noch das Präludium aus der dritten Englischen Suite-
gaben Beispiele für eine einfühlsame tonsetzerische Meisterschaft:
Die Musik des Thomaskantors überstand mit ihrer Kraft nicht
nur die Arrangements, sie schien sich in dem neuen klanglichen
Gewand nachgerade wohlzufühlen und gegen gewagte Kontrastierungen
wie "Besame Mucho" keinerlei Einwände zu haben. Viel Beifall
hierfür und vor allem für die mit instrumentaler Raffinesse
abgeschmeckte Demonstration tönender wie spielerischer Möglichkeiten
auf dem unterschiedlichsten Schlagwerk.
Einem solch üppigen wie kräftigen
Mahl zu später Stunde noch ein zweites, wenn auch ganz anderes
folgen zu lassen, war ein Wagnis, das... |